Album Erhaeltlich ab dem 04.07.14

Sierra Kidd

Mit 17 Jahren ist Sierra Kidd schon ein annaehernd kompletter Rapper und zugleich der erste seiner Generation. Die Industrie sagt ihm eine goldene Zukunft voraus, die Szene feiert ihn als riesiges Talent. Hinter dem Internet-Hype steckt jedoch weit mehr als nur der naechste mystifizierte Internet-Rapper mit hohen Klickzahlen. Sierra Kidds noch junges Leben ist von Rueckschlaegen und Enttaeuschungen gepraegt. Seine Musik ist ein Spiegel dessen.

1996 wird Sierra in Emden, inmitten laendlicher Kleinstadt-Idylle ostfriesischen Charmes, geboren. Otto Walkes kommt hier her, sonst gibt es wenig Erwaehnenswertes zu berichten, ueber die Kleinstadt an der Nordseekueste, unweit der hollaendischen Grenze. »Die Leute, die hier aufwachsen, reden von der Grossstadt und traeumen von New York. Am Ende machen alle ihr Abitur, studieren, werden Anwalt und sesshaft. Ich war immer anders als alle. Und hatte deswegen nicht so viele Freunde. Eigentlich gar keine«, sagt Sierra Kidd.

In der Schule haenseln ihn die Mitschueler. Die breiten Hosen machten ihn zum Aussenseiter, seine ersten Rap-Texte werden belaechelt. Zu Hause, als aeltester unter sieben Geschwistern, uebernimmt er die Vaterrolle und unterstuetzt seine alleinerziehende Mutter.

Zwischen diesen zwei Welten, erstreckt sich der innere Konflikt in Sierras »Kopfvilla«. Nachdem die erste grosse Liebe in die Brueche geht, verschanzt er sich zunehmend. ueber seinen Vater, der die Familie spaeter verlaesst, kommt er erstmals mit Rap in Beruehrung. Er studiert die Textstrukturen von Kool Savas und Drake, analysiert den Flow von MoTrip und entwickelt daraus seine ersten eigenen Reimpatterns. In einer weiteren schlaflosen Nacht schreibt er »Kopfvilla«. Ein Schluesselmoment und Neuanfang – kreativ, als auch menschlich. Im Internet wird er, aufgrund seiner komplexen und eindringlichen Reimstruktur, als neues Wunderkind gehandelt. Seine persoenlichen Betrachtungen sind beinahe tiefenpsychologisch. Das Innere – die »Kopfvilla« – kehrt nach aussen und kollidiert mit der Wirklichkeit ueber flaechigen, atmosphaerischen Beats.

"Kein Schlaf mehr seit ich 13 bin,
Allein und das seit Mum und ich alleine mit dem Kleinen sind.
Schon damals nur gehasst…zur Schule gehen die meisten hin,
die mich damals gemobbt haben, denn auch ich war mal ein kleines Kind."
(»Rosa Lila Pink«)

RAF Camora produziert seinen zweiten Internet-Hit »Rosa Lila Pink« und stellt ihn auf seinem Nummer-1-Album »Hoch2«, als Gast auf »Einmal Star Und Zurueck«, erstmals einer groesseren oeffentlichkeit vor. In ihm findet Sierra einen musikalischen Mentor, Freund und kurz darauf seinen Labelboss. Trotz lukrativerer Angebote unterschreibt Sierra bei Indipendenza, wo er mit RAF einen Executive Producer im Ruecken hat, der seine Vision umzusetzen weiss. »Meine Musik ist, so wie ich«, sagt Sierra, »sehr leidend und abgefuckt. Man hoert dabei Stimmen im Kopf und fuehlt sich unwohl. Wir haben das versucht auf die Beats zu uebertragen. Es wird auf jeden Fall sehr unkonventionell«. Verhallte Gitarrenriffs und sphaerische Flaechen, die sich wie ein roter Faden durch die Sierras Klangbild ziehen, finden sich Ende 2013 auch auf seiner ersten EP »Kopfvilla« wieder. Begeisterte Kritiken und der Einstieg auf Platz 43 der deutschen Single-Charts, machen den Kleinen zu einem der groessten Newcomer der Rapspielzeit: Ein »Kidd Of Rap« ist geboren.

Mittlerweile entmystifiziert, berichten neben der Lokalpresse in Ostfriesland auch die grossen Privatsender ueber den Anfuehrer des #teamfucksleep, der sich mit RAF gerade im Studio befindet, um an seinem ersten Solo-Album zu tuefteln, das noch im Sommer erscheinen wird. Mit seiner neu-formierten Band arbeitet Sierra bereits an der Live-Umsetzung der Songs, die neben dem Splash!-Festival beim Rock am Ring, vielen weiteren Festivals und Ende des Jahres auch auf der ersten eigenen Tour praesentiert werden. »Wenn alles gut geht, bin ich bald ein Star«, rappt er auf »Niemand«, mit dem er sich bei 50.000 Facebook-Fans bedankte. Und auch wenn einige Konflikte der »Kopfvilla« noch immer nicht ausgefochten sind: Sierra befindet sich auf dem besten Wege dorthin.

Label:
Indipendenza

Booking:
Boldt Berlin Konzertagentur

Management:
Hadi El-Dor